Dezember 19, 2012Comments are off for this post.

Meine Twitterer des Jahres 2012: @Prunio und @Souslik

Manchmal ist es so, dass man sich exakt um ein Jahr vertun kann. Hätte ich mich letztes Jahr besser konzentriert gehabt, wäre das alles nicht passiert (das war Plusquamperfekt, glaub ich). Vielleicht war es aber auch einfach so, dass sich zu viele für die Nominierung meines «Twitterer des Jahres 2011» geeignet hätten. Wie dem auch sei, ich möchte euch hier meine beiden Gewinner des diesjährigen Titels «Gold Master Twitterer und Social Media Aficionados 2012» in der Kategorie «Private Online Twitter Performance Branding Efficiency» vorstellen: @Prunio & @Souslik!

Gewinnbenachrichtigung
Die beiden Herren sind gewaltig. Nicht in ihrer Grösse, nein. Die beiden sind ja eher kleinwüchsig geraten (im Vergleich zu mir, hehe). Aber gewaltig darin, was sie taten und tun. Unterdessen führen die beiden Herren wohl über 1000 verschiedene Blogs und Microsites, bekannt sind bis heute zum Beispiel der Blog ihrer genialen #RLtour www.rltour.com oder ihr Online-Magazin pruslik.com. Followermässig ziehen die beiden gepflegten Purschten ziemlich ab und brachen sämtliche Rekorde: @souslik zählt heute bereits deren 5697, @Prunio bringt es dank ein paar polnischen Linkfarmen sogar auf 7196 Follower. Das ist tatsächlich eine grandiose Tellerwäscher-Karriere der beiden. Beispiele gefällig? Geht doch auf Favstar: favstar.fm/users/prunio oder favstar.fm/users/souslik.

Ich hatte das unglaubliche Vergnügen die beiden Herren zu einem Interview zu bewegen. Also wir standen vorwiegend. Bis zum Schluss. Doch lest selbst:

Interview mit @Prunio & @Souslik zur Auszeichnung GMT und SMA 2012
Es ist ein verregneter Sonntag im Dezember. Die Sonne scheint grell vom Himmel und weit und breit ist keine Wolke zu sehen. Ich tappe seit über einer Stunde durch ein vereistes Skigebiet in den elsässischen Nordalpen. Der Skilift gibt ein beständiges Surren von sich und immer wieder dieses –RRRRRATTTATATATA– wenn eine Kabine über den Mast in meiner Nähe rattert. Eine Krähe kämpft mit einem verlorenen Handschuh, während ich im Tiefschnee zwei grellgekleidete Gestalten erblicke die auf mich zurasen. Mit einer leicht übertriebenen Vollbremsung werde ich eingepulvert, der Geruch von Zwetschgenschnaps und Fondue steigt mir in die Nase. Die beiden Herren stehen nun in voller Snowboard-Montur vor mir, während ich in meinem ehemals schwarzen Anzug grausam friere. Wir tauschen ein paar oberflächliche Höflichkeiten aus und singen kurz die Nationalhymne von Polen, bevor ich mein iPad zücke und meine Fragen stelle:

Hallo. Wer von euch ist wer? Könnt ihr vielleicht kurz anhand eurer äusseren textilen Erkennungsmerkmale Tipps geben, wie ich euch auseinander halten kann?

Prunio: Es ist in der Tat nicht ganz einfach, uns auseinander zu halten. Nachdem sich auch Souslik einen Schmetterling auf den Hintern tätowieren liess, unterscheidet uns nur noch die Länge des…

Dworni: Jesses!

Prunio: …Fussabstandes auf unseren Snowboards.

 

Ihr erhaltet dieses Jahr beide von mir die Auszeichnung «Gold Master Twitterer (–RRRRRATTTATATATA–)  2012» in der Kategorie «Private Online Twitter Performance Branding Efficiency». Was bedeutet euch dieser Preis?

Souslik: Wir… nun… (bricht in Tränen aus) … es ist unbeschreiblich. Jeder Twitterer lügt, wenn er sagt, dass er nicht davon träumt, eines Tages den «Gold Master Twitter und Social Media Aficionados 2012» zu holen. Das wir das nun bereits in so jungen Jahren mit gelogenen 21 geschafft haben ist einfach… also… (fällt heulend zu Boden)

Okay, das reicht. (Souslik steht wieder auf und klopft sich den Schnee von Knie). Nächste Frage: wenn ihr nochmals eure Twitter-Accounts neu aufsetzen könntet, was würdet ihr anders machen?

Prunio: Ich würde auf Rätoromanisch twittern, im Sursilvaner Idiom. Das versteht kaum einer und mir blieben viele dämliche Replies erspart.

 

Oh, sehr schöne Wa (–RRRRRATTTATATATA–) ber Prunio, laut einem hartnäckigen Gerücht habt ihr beide seit eurer #RL-Tour 2011 eine beachtliche Anzahl Liebhaberinnen weiblicher Follower in der Bundesrepublik Deutschland. Wieviel Wahrheit steckt (hihi) dahinter?

Prunio: Da ist schon was dran. Aber wir waren ja nicht nur in Deutschland unterwegs. Und ausserdem sind unter unseren Followern nicht nur Frauen. Übrigens, der süsseste Mann lebt definitiv in Graz.

 

Mal eine ganz andere Frage: wann hattet ihr zum letzten Mal Sex?

Souslik: In Graz.

Dworni: Oh…

Prunio: Und ich hoffe nicht, dass ich mein letztes Mal Sex schon hatte.

Souslik: Das mag jetzt viele Leser erstaunen aber wir (–RRRRRATTTATATATA–) und davon gibt es im Internet sogar ein Video.

 

Okeeey, anders gefragt: in welchen Momenten fühlt ihr euch am glücklichsten? Oder noch anders gefragt: mögt ihr Nutella?

Souslik: Nutella ist neben Katzenbildern, Favstar und Peter Breuer einer der vier Grundpfeiler von Twitter. Die Identifikation mit diesem subkulturellen Unterbau ist für einen medienadäquaten Zugang zu neuen Gesellschaftsformen speziell in geografisch dispersen und fakultativen Öffentlichkeiten absolut imperativ. Oder anders gesagt: Nutella schmeckt schon echt lecker.

 

Danke für diese Richtigstellung. Nutella hat ja hierzulande auch mitunter einen nuttigen Ruf. Nun zu einem ernsthafteren Thema: zur Zeit ist ein tragischer Trend bei den jungen Damen zu verzeichnen, dass sie sich im Pausenhof und in der Discothek der Schnappatmung bedienen. Was haltet ihr von diesem nicht ungefährlichen Trend?

Prunio: Ich stehe dem, respektive denen, gelassen gegenüber.

Souslik: Und doch ist es tragisch. Diese jungen Mädchen wurden als Kinder von Schnappi sozialisiert und schaffen es heute nicht, aus ihren tiefenpsychologischen Mustern auszubrechen. Auf der anderen Seite darf man nicht vorschnell die Moralkeule schwingen. Ich war früher selber oft eingeschnappt.

 

Oh, das tut mir aber leid. Verstehe. Besten Dank für das Interview. Nun, ich mö (–RRRRRATTTATATATA–) lle darauf eingehen, dass ihr hier noch Grüsse an eure Follower richten könnt. Bitteschön.

Souslik: Herzliche Grüsse… (irgendwo in der Ferne bellt ein Hund)

Prunio: Ich m (–RRRRRATTTATATATA–) ssen.

Ich bitte die beiden bis oben vermummten Elite-Twitterer noch für ein Abschiedsfotos zu posieren. Die Stelle, an der wir stehen ist so glatt, dass die Beiden nach ein paar ungelenken Bewegungen aufeinanderfallen und unverständliche Grunzlaute von sich geben. Ich drücke ab, verabschiede mich ebenfalls mit einem Grunzen und rutsche auf meinen Holzskieren runter zur Bergstation. Irgendwie verdammt cool die Beiden. Und doch freundlich geblieben. Obwohl sie längst nicht mehr Teller waschen. Favstars halt.

Februar 18, 2012Comments are off for this post.


Wie man zum Internet-Superstar wird. 
Oder werden könnte. Hauptsache reisserischer Titel, denkst Du jetzt. Womit du recht hast, wenn du mich nicht als Internet-Superstar siehst. Wenn doch, dann ist der Titel völlig okay. It’s up to you, babe.

Ich möchte in diesem Beitrag kurz aufzeigen, wie ich twittere und facebookle, ohne dabei mit einem Socialmedia-Burnout in eine Klinik eingeliefert zu werden. Ich versuche hier tatsächlich auch keinen Ratgeber oder «10 Killertipps wie du in 30 Minuten zum Socialmediaoberchecker wirst» niederschreiben, sondern nur Einblicke zu geben, wie ich das so mache. So als Oberchecker, hehe.

Mein Inhalt - Unterhaltung mit einem Schuss Mehrwert
Wenn ich mir Tweets ausdenke, steht bei mir im Normalfall der Unterhaltungswert im Zentrum. Das ist meine Strategie, welche sich in den paar Jahren so ergeben hat. Ich war in der Schule oft der Klassenclown (die Mädchen fanden das lustig, hängten aber dann mit den coolen Typen ab). Drum mache ich auch heute gerne noch Wortspielchen oder witzige Statusmeldungen, einfach weil ich die Sprache mag. Mein Anspruch hier ist nicht sehr hoch, wenn möglich achte ich aber auf die Rechtschreibung und einen möglichst reichen Wortschatz.

Weiter teile ich auch gerne Links zu Blogposts, neuen Webdiensten, Scripts, Fotos, Musik oder sonst für mich interessante Dinge, welche ich im Netz gefunden habe. Das wäre so in etwa mein Mix, welchen ich je nach Laune mal auf die eine oder andere Seite kippen lasse.

Mein System - mehr Erfolg mit weniger Aufwand
Was nach einem tollen Werbespruch eines Schneeballsystems für Putzmittel klingt, beschreibt ziemlich genau mein technisches Setup, welches ich seit einigen Monaten für meine Bedürfnisse perfektioniert habe:

Buffer als Verteilzentrale: mit dem coolen (kostenlosen) Dienst bufferapp.com kann man sich das Leben als Autor von Statusmeldungen wesentlich vereinfachen. Der Dienst funktioniert so, dass man damit eine Art Container zur Verfügung gestellt bekommt, in welche man seine Tweets oder Links mit Empfehlungstexten schmeisst (entweder via der Website, der iPhone-App, Android-App oder per Mail).

Aus diesem Container werden dann die Tweets oder Facebook-Posts nach einem festgelegten Zeitplan automatisch über den Tag verteilt publiziert. Den Zeitplan kann man entweder nach Bauchgefühl festlegen oder mit Hilfe von z.B. SocialBro die optimalsten Zeitpunkte während des Tages berechnen und anschliessend direkt in die Bufferapp übernehmen lassen. 

Okay, toll. Aber was bringt mir das?
Menschen, welche nebst der Arbeit auch noch ein Privatleben haben (seltene Spezie, ich weiss), denen bleibt tatsächlich nicht die Wahl, dauernd online sein zu können. So checke ich z.B. auf meinem Weg zur Arbeit meine iPhone-Apps wie z.B. den RSS-Reader Reeder oder die intelligente News-App Zite und schreibe so 1-3 sog. “Link-Tweets” vor und haue die in den Container meines Buffer-Accounts. 

Gleich verfahre ich mit den normalen Twitter- und Facebook-Posts: habe ich mal eine kreative Phase, schreibe ich gerne mal ein paar Tweets vor und speichere diese direkt in Buffer.

Sexy Short-Link mit Statistik
Statistiken sind mir grundsätzlich egal, zwischendurch ist es aber trotzdem mal interessant zu sehen, wie viele Klicks ein Link/Tweet erreicht. Dafür habe ich mir den Domain-Namen dwo.li gemietet und bei dem URL-Kürzungsdienst bitly.com eine Custom-Domain damit eingerichtet. Bei Buffer (und vielen anderen Apps und Diensten) kann ich dann meinen eigenen Bitly-Shortener verwenden, indem ich den entsprechenden API-Key und die Konto-ID angebe. Das sieht erstens cool aus und bringt zweitens nebst der Buffer-Statistik noch die von Bitly dazu.

Was Du vermeiden sollst
Ich werde jetzt Dinge auflisten, welche mir vermutlich wie damals bei meinem Avatar-Rating noch monatelang vor die Nase gehalten werden. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Los geht’s:

  • kopiere keine Tweets von Favstar.fm, das fliegt auf. Wenn du zu dumm bist für gute Tweets oder Wortspiele, lass es sein
  • vermeide uninteressante aufeinanderfolgende Auto-Tweets aus z.B. Foursquare, Instagram etc. Wenn schon, teile Highlights und schreibe noch etwas Witziges dazu
  • jammere nicht dauernd rum, wir sind hier nicht in Afrika, uns geht’s gut
  • vermeide Tweets mit unzähligen @Usernamen und Hashtags drin. Das ist mühsam zu lesen und interessiert meist eh keine Sau (z.B. #ff-Tweets gehören ins Museum und waren damals lustig, als man noch sämtlichen Tweetups ein “T” voran stellte)
  • zeige mal was aus deinem Leben (Foto von dir, deinem Umfeld), man kann sich so besser eine Vorstellung machen, wem man folgt und es stärkt die Beziehung zwischen dir und deinen Followern (es sei denn, die Fotos sind hässlich)
  • nutze möglichst deinen richtigen Vor- und Nachnamen bei deinen Accounts. Falls du mit deinem Namen nicht hinter dem stehen kannst, was du postest, gehört’s nicht ins Internet (und eigentlich ist es auch sonst bescheuert)
  • nutze ein möglichst gutes Avatarbild von dir (und nicht irgend einer Typo, Pflanze oder einem künstlerischen Instagram-Gewurstel) und achte darauf, dass der Inhalt auch bei einer möglichst kleinen Darstellung gut aussieht und erkennbar bleibt
  • höre auf immer Angst um den Schutz deiner Daten zu haben, der ist eh längst weg. Hast du was auf dem Kerbholz, bleib offline
  • befolge nie irgendwelche Regeln, die du scheisse findest

Das wärs fürs Erste. Vermutlich fallen mir in Zukunft noch weitere Punkte ein, ich werde die Liste dann einfach ergänzen. Falls ihr Lust habt, könnt ihr mir gerne kommentieren, welche Dienste und Tools ihr benutzt habt, um Internet-Superstar zu werden (zu wollen). Peace.

Mai 11, 2011Comments are off for this post.


Twitter ist nichts für Lemminge. Was viele noch nicht begriffen haben. Ich wage es sogar zu behaupten, dass sie es nie begreifen werden. Das macht überhaupt nichts, die Welt dreht sich weiter und es gibt Probleme, welche wirklich Probleme sind.

Aber vielleicht ist es trotzdem so, wie sicher irgend ein Goethe oder Maupassant mal in komprimierter Dichtform niederschrieb: alles Übel hat seinen Ursprung. Und Elefanten sind schöner als Stabheuschrecken. Okay, das war zusammenhangslos. Aber eine schöne Überleitung zur Zusammenhangslosigkeit mancher Denkweise twitternder Menschen. 

Da vermutlich die Grundidee von Twitter die war, sich seiner Umwelt grenzenlos mitteilen zu können, wo man gerade steckt, was man denkt, fühlt, cool findet, einem inspiriert, was man tun möchte und sein lässt, was man meint, statt eine Ahnung zu haben, was man sich gerade erwikipediat oder sonst irgendwo abgeguckt hat – Dinge die einem followbarer machen sollten, man denkt es zumindest, wenn man überhaupt denkt.

Es gibt Twitterer, die fahren einen dicken Schlitten, weil sie mit dem Unwort des Jahres 2010 “Social Media” Kohle verdienen (was ich okay finde), es gibt solche, die fragen die ganze Welt, wo’s denn in ihrer Stadt um 21 Uhr abends noch Pizza gäbe, es gibt diese, die tausende Follower haben und sanfte Belanglosigkeiten schreiben (weil sie niemanden belangen möchten), es gibt Twitterer, die 16 Jahre alt sind und grossartige Texte bloggen, diese aber an der falschen Stelle in den Timelinefluss schmeissen, andere die am Ufer stehen und nach Flaschenpost Ausschau halten, Nörgeler, Linkschleuderer, solche, die 2jährige Top10-Youtube-Videos raushauen, als wären diese eben gerade erst hochgeladen worden, Billigwitzler, Provokateure, Zeitungs- und Fernsehkommentierer oder Beziehungsproblemeabwälzer, stille Zuhörer und laute Dampfwalzen.

Seit drei Jahren schrieb ich Dinge auf Twitter, welche genau in diese Schubladen da oben passen. Plural. Ich habe alles gemacht und werde auch alles weiterhin so machen, wie’s mir gerade in den Kram passt. Doch da gibt es scheinbar Probleme (wie man auf dem Bild oben sieht).

Denn gestern räumte ich wieder mal mal meine Followings auf. Über 600 kann und will ich nicht lesen, da wird mir schlecht dabei und ich bekomme einen Tennisarm. Das fühlt sich an wie Pingpong im Zeitraffer. Damit werde ich in erster Linie meiner Selbst nicht gerecht, denn, so darf ich das interpretieren, ich bin nunmal nicht Johnny 5.

Nicht gerecht sind auch nicht funktionierende Selecta-Automaten, eine Minute zu früh abfahrende Züge, abstürzende Flugzeuge, frisch gekaufte Bananen die noch grün sind, Handynetze die Telefonate abbrechen, Politiker die Texte kopieren, Chefs die Facebook verbieten, Kinder die liebevoll zubereitete Bio-Sandwiches wieder ausspucken und lieber Chicken-Nuggets hätten.

Völlig ungerecht sind grundsätzlich nicht funktionierende Dinge, Tatsachen die seit Jahren nie geändert worden sind, obwohl sie sich ändern hätten müssen, andere Mentalitäten, Integrationsprobleme, Glaubensrichtungen und sowieso: dass Steine im Weg liegen, ist scheisse. Oder #fail, wie man heute so wohlunüberlegt kategorisiert. Die Fail-Schublade ist gross, die Nachrichten sind voll davon, unsere Welt geht nur kaputt und wir hätten es doch längst gewusst. Nur die anderen nicht. Selber schuld.

Kann es sein, dass wir vergassen gute Dinge zu tun, die uns zu guten Menschen gemacht hätten? Entspricht unser Denken dem, was wir bemängeln? Sind wir stark genug um einen Schritt weiterzugehen? Ar wi denzer?

Gut, jetzt habe ich die Überleitung wieder zu Twitter vollends verkackt, nachdem ich kurz auf die Kanzel stieg. Das kann passieren, wenn man einen solchen selbstreferenziellen Blogpost nicht nach den “Top 10 Killer Blog Rules” schreibt. Das passiert auch, wenn man sich mehr Gedanken macht als womöglich nötig wären. Doch genau das ist mir egal. Nein nicht egal, es ist das was ich mag: Dinge mal von wo anders zu betrachten als immer nur von vorne. Da liegt weder daran, dass ich total kreativer Grafiker bin, noch dass ich gut schreiben kann oder nicht (meine schriftliche Ausdrucksweise lässt mir Einiges zu wünschen übrig). Sondern lediglich daran, dass ich versuche die Dinge nicht so ernst zu nehmen, damit ich sie ernst nehmen kann. Von hinten, seitwärts oder gar nicht.

Um endlich zum Hashtag zu kommen: mein #Verhalten auf Twitter entspricht weder einer Regel, noch mache ich das alles sonderlich gut. Ich followe nicht zurück, weil mir jemand followt (Chancen dafür habe ich mal niedergeschrieben, damals war ich noch jung, ein paar Ansätze stimmen trotzdem noch). Ich twittere, weil ich Spass daran habe, Menschen kennenzulernen. An deren Leben mehr teilzuhaben als ich es für möglich gehalten hätte. Insgesamt einer Summe von Leben teilzuhaben, zu spüren was um mich herum passiert und wie die Welt sich teilweise bei euch dreht. Mein Ziel ist es nicht tausende Follower zu haben oder als Internetsuperstar in die Geschichte einzugehen. Denn so würde ich spätestens in ein paar Jahren hamburgerkotzend und betrunken auf YouTube landen. 

Gratulation denen, die mir Dinge nicht übel nehmen, weil sie mich durchschaut haben. Glasreiniger denen, welchen dieser Blogpost arrogant und zusammenhangslos rüberkommt (und danke, haben sie’s trotzdem zu Ende gelesen. Linktipp Provokation als Stilmittel). Ein Glas Sirup denen, die gar nicht erst bis hier gelesen haben, weil sie ihren Weg gehen. Ich geh dann mal meinen: happy looking for freedom.

Dezember 24, 2010Comments are off for this post.

When All Tweeps Tweet – ursprünglich als Mitmachsong für den ESC gedacht, schrieb @sebinomics diesen Song über unser liebstes Internet. Er ist auf YouTube ein kleiner Ukulele-Star mit über 1200 Abonnenten und wir wollten schon lange mal einen Song zusammen machen.

@aendu und ich spielten Alt- und Tenorsax, ich und Sebi liessen dazu unsere Stimmbänder schwingen. Bass und Ukulele spielte er auch gleich selbst ein, alles Andere zauberte er mit GarageBand irgendwie hin.

Wir wünschen allen unseren Internet-Freunden damit eine geile Festzeit, bleibt doch im Januar gleich weiter so nett zueinander.

Und jetzt mitsingen!

When All Tweeps Tweet

i tweet yin, you retweet yang
@myname big, i DM bang
you’re the 😛 to my 2.0
i’m the millionth subscriber to your show

show me the My to yourSpace
throw me a sheep in my face(book)-mark my tweet
there’s nowhere else we would rather meet

bits and bytes are the highest heights
in a digitized world ruled by a bird
that leads with feeds and retweets tweets
TV is obsolete… when all tweeps tweet

@yourname is what i write
when i want you here by my side
i confide myself to a bird
it ain’t absurd, i’m not a nerd

140 signs can shake 300 giants
a tinyurl will link me to you
i will prove that my tweet is true

(Da ich gerade in einem fremden Bett liege, kann ich das MP3 nicht zum Downloaden uploaden, schaut also später nochmal vorbei).

Hier, wer will, kann sein Musikarchiv mit diesem Zwitscher-Song ergänzen:

When All Tweeps Tweet (2,3 MB, MP3)

September 11, 2010Comments are off for this post.






Eurovision Song Contest 2011. Da werde ich teilnehmen. Vielleicht. Ich wollte schon immer mal mit @sebinomics zusammen ein Musikdings machen (man nennt das auch ganz cool “Online Collaboration”). Habe ihn vor ungefähr einem Jahr mal auf Twitter angezwitschert, dass das ja mal lustig wäre. Und was macht der verrückte Typ jetzt? Er schrieb kurzerhand einen Twitter-Song und meinte ohne mit den Wimpern zu zucken, dass er damit an dem Eurovision Song Contest 2011 teilnehmen will. “Switzerland, Zero Points?”

Haha. Zuerst einmal gilt es sowieso, via Online-Voting des Schweizer Fernsehens mal überhaupt als CH-Kandidat ins Rennen geschickt zu werden. Da hoffe ich dann mal, dass uns unsere Twitter-Follower und Facebook-Freunde kräftig mit Klicks unterstützen werden. Wenn nicht, blocke ich euch alle. 

Heute haben @sebinomics, @aendu und ich (ich heisse @dworni bei Twitter, im Fall) bei mir im Kornspeicherstudio mal die Bläser aufgenommen. Voll offline und so. Das war natürlich gar nicht so einfach (Ändu hat das treffend in 140 Zeichen zusammengefasst). Ausgerüstet mit MacBookPro, Mikrofon, Vivi Cola und einem Sebi, der GarageBand brutal gut im Griff hat, bliesen wir ins Blech was das Zeug hielt (endlich konnte ich mich mal bei den Nachbarn revanchieren).

Morgen werden wir noch den Xang aufnehmen, Autotune ahoi. Scheisse dann nur, wenn wir echt live singen müssten (was wir müssten, wenn wir da weiterkommen). Aber mit ein paar halbnackten Mädels liesse sich ja auch diesbezüglich eine entsprechende Ablenkung bewerkstelligen (Bewerbungen bitte mit Foto als Kommentar anmerken).

Stay tuned. Und: Piero Esteriore, lass schonmal deinen BMW an.

September 5, 2010Comments are off for this post.

Tweets voll so offline vorlesen. Für einmal eine Erfindung aus Deutschland. Was ist überhaupt an Twitter so toll? Es gibt schätzungsweise etwa 10(0) Gründe. Einer davon ist der, dass man Lebensweisheiten in Kurzform auf dem Timeline-Teller präsentiert bekommt. Wenn man auch den Richtigen followt. 

Aus diesem einen Grund entstand auch die Idee, Tweets mal in einem gehobeneren Rahmen als handylesend auf dem Klo zu präsentieren. Die Wortgourmets @HappySchnitzel (goldig paniert), @marthadear (sildbrig schimmernd), @PickiHH (kaugummikauend) und @bjoerngrau (gräuste Maus unter den Plappergeien) haben aus einem Schatz von erlesenen Wortkünsten die bezaubernsten herausgesucht und sind damit in die Schweiz geflogen. Ich und @madial wurden flugs als Praktikanten angeheuert und versuchten uns in der höheren Sprache (ich fiel durch). 

Im Sphères, im passendsten Umfeld Zürichs wohl überhaupt für eine solche Lesung, wurde die erste Twitterlesung der Schweiz also abgefeuert. Obwohl die Probe am Nachmittag mit genügend Champagner eigentlich auch auf Video festgehalten hätte werden sollen, wurde aus der scheinbar bislang perfektesten geplanten Lesung von Tweets ein herzlich gelungener und voll besuchter Abend - oben erstmal die ungeschnittene Version des Livestreamings (welches zwischendurch mal über 200 Zuschauer zusätzlich gehabt haben soll). Mehr Infos, Fotos und alle Sponsoren findet man auf twitterlesung.ch. Aber was schreib ich hier, wenn ihr das Video oben anschauen könnt? Eben. Beginnt einfach bei Minute 24.

Liebe Sue, Anne, Tina und Björn - danke, das war perfekt umwerfend schön mit euch. Und sorry für meine Patzer - die waren Absicht. Denn ich war ja schliesslich Praktikant. Bis bald in Berlin!

Juli 26, 2010Comments are off for this post.

Digitale Voliere

Ja genau, ich twittere seit ungefähr zwei Jahren. Bis heute schrieb ich über 18'000 Tweets und Antworten. Ich erspare mir und euch jetzt das Ausrechnen, denn es geht hier um etwas Anderes.

Und zwar darum, dass meine Tweets bei der Twitter-Suche aktuell nur etwa 5 Tage zurück auffindbar sind und sonst auch eher nur ein paar Monate (ich weiss nicht genau wie weit zurück, aber es ist mir auch grad zu doof dies rauszusuchen). Auf jeden Fall sind meine früheren Tweets hoppsdimaus. Wohl auch weil Twitter immer wieder mal failende Wale rumfliegen hatte. Egal.

Wer also schon so aktiv wie ich zwitschert, möchte sich vielleicht mal ein Backup von dem Zeug anlegen. Kann man sicher auch irgendwo da in der Wolke für Geld. Hier aber eine kostenlose, coole, einfach Lösung, welche man auf dem eigenen Server installieren kann: Tweet Nest.

Falls man PHP5 hat, eine Datenbank, Cronscripts und ein Plätzchen für sowas hat, kann man sich dieses Backup- und Suchtool locker auf den Server knallen. Nachdem man die Anleitung hübsch befolgt hat, der Setup-Prozess durch ist und man die beiden Cron-Scripts am laufen hat, wurden so in etwa die letzen 2 Monate indexiert (Twitter erlaubt wohl nicht weiter zurückzusuchen). Ich habe das natürlich bereits gemacht, sogar mit eigener Subdomain:

tweets.dworni.ch

Juli 4, 2010Comments are off for this post.

Nerds am Paddeln

Dieses Wochenende war ja Züri Fäscht. Das gibts da alle vier Jahre. Und ein paar (etwa 60) Twitter- und Facebooksüchtige trafen sich im sogenannten RL zum Drachebootrennen. Es war geil, sehr sogar.

Da jetzt die ganze Schweiz darüber bloggt, hier nur mein Dankeschön an die hartnäckigen Initianten, vor allem Dominik Haiz (@dhaitz_ch) und den Sponsoren. Und natürlich dem lieben @rayhaze, der mich und @nachtmeister in seiner tollen Wohnung übernachten liess (ich hätte ihm fast seinen Roy Lichtenstein geklaut). Etwa zweihundert Milliarden Fotos kann man sich nun bei flickr anschauen (z.B. die süssen Groupies von René/@nachtmeister) oder hier der filmische Zusammenschnitt von @rhinnen:

Juni 23, 2010Comments are off for this post.


Avatare bewerten wie Gott. Diese kleinen Fotos, welche wir Internet-Menschen jeden Tag hundert-, ja tausendmal anschauen, uns damit gegenseitig identifizieren. Meist werden diese quadratischen Bildchen in kleiner Grösse dargestellt, auf Handys im Normalfall 24 x 24 Pixel gross, in Desktop-Applikationen meistens nur doppelt so gross.

Die verkleinerte Darstellung von Grafiken und Fotos und die daraus resultierende Wirkung, ist ein spannendes Thema. Gerade Designer, die Icons entwickeln, wissen um die optischen Gesetze, welche es bei diesen Minidarstellungen zu beachten gilt. Ich als Grafiker werde spätestens bei einer kleinen Logoanwendung damit konfrontiert.

Regeln für Avatarbilder? WTF?!
Wenn ich jetzt Regeln aufstellen würde, was euer Avatar-Bild zu tun hat, wäre ich falsch gewickelt. Das Einzige was ich mit dieser (auch nicht ganz ernst gemeinten) Aktion meiner Avatar-Bewertungslisten bezwecken möchte (wenn überhaupt), dann meinen Twitter-Followern mal meine Meinung zu ihren Bildchen sagen, die ich mir da tagtäglich anschaue (zumindest zum Teil, alle followe ich ja nicht zurück, zwischen dem Twittern arbeite ich auch ab und zu). 

Meine Meinung darf euch getrost wurst sein, doch ich möchte immerhin kurz erklären, nach welchen Kriterien ich ein Avatar-Bild bei Twitter als ‘good’ oder sogar 'nice’ bewertet habe. Oder vielleicht einfacher: ich schreibe euch hier mal 10 Gründe auf, warum ich ein Avatar-Bild nicht ganz optimal finden kann. So. Also. Und jetzt nicht weinen. Alles nur ein Spiel, ok?

10 Gründe, warum ich ein Avatar-Bild schlecht finden kann

  1. Das Bild ist ein automatisch generiertes Manga-Weissichwas-Dings, welches ihr irgendwo zusammengeklickt habt. Twitter ist für mich ein sehr persönlicher Kommunikationspool mit echten Menschen drin. Actionhelden und Superwomans willkommen, aber bitte mit echtem Lichtbild.
  2. Es war kein gutes Foto da, also hat man mit zig Effekten, Farbveränderungen, Abdunklungen, Weichmachern und E322 das Bild versucht zu verschlimmbessern. Sehr beliebt: PhotoBooth-Filter. 
  3. Gesicht-Schnippschnapp. Grundsätzlich bevorzuge ich wegen dem Minibildproblem sehr nahe Gesichtsausschnitte. Aber halbierte Köpfe, nur ein Auge, ein Mund, Ohr, Ellbogen oder Halszäpfchen finde ich halt nicht so eindeutig. Denkt daran, auch eure Mitmenschen verfügen über die exakt gleich aussehenden Körperteile.
  4. Hey-ich-am-snowboarden-Ferienschnappschuss-von-Weitem-und-etwas-unscharf-Fotos. Wirkt klein eher verschissen, da das Bild mit so vielen Infos einfach zusammenfällt. Zu diesem Punkt kann man auch viele Sonnenbrillen-Fotos dazunehmen. Ich finde das eher unpersönlich. Als hätte man ein Date und würde nie die Sonnenbrille abnehmen.
  5. Buchstaben, Typospielereien, «persönliche Logos» - find ich doof, auch wenn ich die Idee des «personal Brandings» vollkommen unterstütze und lebe. Bei Firmen-Accounts ist das klar etwas Anderes, aber bei Zwitter-Twitter-Accounts die halbprivat sind, lieber die Person dahinter zeigen.
  6. Unscharfes-Wischiwaschi-Künstlerfoto. Ich mag solche Bilder. In gross. Aber so klein erkennt man nix und es sieht dann von Weitem halt aus, als hätte ein Meersäuli auf den Boden… ihr wisst schon.
  7. Foto von was komplett Anderem als der Person selbst. Lustig haha. “Hallo du, graue Röhre mit gelbem Dings obendrauf, kommst du auch ans Tweetup?”
  8. Foto zwar gut, aber Ausschnitt zu wenig nah gewählt. Da rasselten einige von euch rein. Ihr habt zum Teil wirklich tolle Fotos, aber der Ausschnitt ist einfach einen Tick zu grob gewählt. Ich finde man kann gut den Kopf oben anschneiden unter dem Gurgeli (wie heisst das in Deutsch) so ein paar Finger breit noch Platz. Jahaa, das ist grausam nah. Aber die Wirkung bei 24 Pixel in der Höhe ist besser. 4 Pixel für die Haare, 15 fürs Gesicht, 5 fürs Gurgeli. 
  9. Geblizdingst. Wenn ihr so richtig geflasht wurdet auf dem Foto, ist das zwar besser, als wenn ihr im Stockfinsteren sitzt. Doch es fehlt dann Kontrast durch Licht/Schatten für die Zeichnung des Gesichts und alles wirkt flach. Wenn ich dann in der Badi liege, meine Tweets bei grellem Sonnenlicht angucke, seht ihr damit wie ein rosarotes Quadrat aus.
  10. Kinderfotos. Jöö, härzig.

Okay, aber wo verdammt nochmal krieg ich ein gutes Foto her?
Der einfachste Weg ist der, sich von einem Profi ablichten zu lassen (zum Beispiel am nächsten Avatar-Day von @pictura). Oder selbst eines von sich neu zu machen, mit Selbstauslöser und so. 

Verpackungshinweis
Und nun etwas sehr, sehr, sehr Wichtiges: ich mag euch so ziemlich alle recht gerne, leibe Follower und Mitleser. Meine Bewertung basiert lediglich auf dem von euch verwendeten Abbild eures Körpers und hat rein gar nichts mit Sympathie oder Anipathie zu tun. Capiche?

Und sollte jemand nun auf der «bad-avatar»-Liste gelandet sein, oben keinen passenden Grund gefunden haben, einfach via Kommentar nachfragen (mit Twitter-Name, wenn nötig), ich versuche gerne Auskunft zu geben. 

Hier nochmal die drei ominösen Listen (werde die nach Lust und Laune anpassen):

twitter.com/dworni/bad-avatar
✓ twitter.com/dworni/good-avatar
twitter.com/dworni/nice-avatar

April 9, 2010Comments are off for this post.





@tomhanks - #ff. Heute empfehle ich ausnahmsweise auch mal jemand: Tom Hanks. Ich halte normalerweise nicht viel von Promi-Twitterer, doch hier scheint ein prominenter Filmschauspieler Twitter relativ schnell und gut begriffen zu haben. Herr Hanks hat bis heute als @tomhanks 60 x gezwitschert und in letzer Zeit mit Twitpics seine Tweets aufgepeppt.

Nebst seinem MySpace-Account, wo er Werbung für Elektro-Autos macht, ein aus meiner Sicht sehr authentisch geführter Socialmedia-Kanal. Wenns Oskars für twitternde Filmschauspieler gäbe: Tom Hanks hätte mindestens einen verdient.

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