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Sonntag, 14. November 2010
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Handbremse. Zum Glück hat jeder eine. Und man sollte nie zu lange warten und sie erst ziehen, wenn man bereits stillsteht. Sondern auch bei voller Fahrt zum Driften. Und dann zum bewussten Stillstehen. 

In kürzester Zeit fiel viel Laub, grosse Berge wurden versetzt, Loopings hie und da, Whatthefuck-Momente, wochenlang bretterte ich Vollgas über die Datenautobahn der Pixel und Pitches. Brauste an rot leuchtenden Ampeln vorbei, achtete weder auf Tankanzeige noch Motorengeräusche.

Im Glaube an die erquickende Langeweile überliess ich mich dieses Wochenende mir und meiner Umgebung hier auf dem Lande. Erledigte Dinge, welche mich über Wochen jeden Abend mit grossen traurigen Augen anstarrten.

Ich brachte Altglas auf den Werkhof, sah einen Mann dort arbeiten, der eine Armani-Brille trug. Ich lächelte, lehnte mich auf die Motorhaube meines Autos und genoss das rege Treiben im fast frühlingshaften Sonnenlicht. Einer der letzten warmen Tage wohl dieses Jahr. Ich mähte den Rasen, während die Nachbarn bereits fleissig Laub auf den schön gestutzten Teletubbi-Wiesen rechten. Ich brachte die Gartenmöbel in Ihr Winterschlafzimmer. Flickte die Lampe beim Eingang, welche seit Monaten kaputt war. Ich putzte das Haus, von oben bis unten, joggte der Sonntagssonne entgegen, weiter als je zuvor. Trank viel Wasser, kochte für mich leckere Dinge. Ich bürstete beide Kater bis sie vor Wonne zu sabbern begannen.

Zeit für ein wortloses Wochenende. Zeit um zu bremsen und da hin zu kommen, wo die Langeweile sich in bequemstes Volltanken für die nächste Reise wandelte. Freiraum um endlich vor meiner eigenen Türe zu wischen.

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