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Der Schlüssel zur sicheren Passwort-Strategie

Lesezeit: -  Veröffentlicht am4. Januar 2014

Für dieses Jahr fasste ich einen öffentlich kommunizierbaren Vorsatz: ich will mich beim Verkehr im Internet besser schützen. Ich schreibe diesen Blogpost für mich, da ich eine hundsmiserable Passwort-Strategie habe. Ehrlich.

In meinem Real-Life habe ich vier Schlüssel dabei: Haustüre, Geschäft, Fahrrad, Fahrrad-Station. Im Internet habe ich gemäss meinem Passwort-Tool 700+ Logins und trotzdem nur etwa drei unterschiedliche Schlüssel. Sollte mir mal einer geklaut werden, hat man damit automatisch Zugriff zu fast all meinen Internet-Accounts. Das ist nicht nur sehr dumm von mir, sondern auch verantwortungslos. Warum habe ich das nicht besser im Griff? Hier meine 3 Passwörter, sinngemäss umgewurstelt:

  1. 1664bier (nutze ich seit ich schreiben kann, überall)
  2. silver83fish (hätte mal das Erste ersetzen sollen)
  3. Bertelsmann1664 (neustes PW, nach Hacks neu angewendet)

Sieht eure aktuelle Passwort-Strategie auch so sch****e aus? Wer mich kennt, der weiss, dass ich gerne Neues im Internet ausprobiere: alles was irgendwie Hände-, Füsse oder zumindest ein paar Ohren hat, wird sofort getestet. Da ich dies seit Jahren regelmässig tue, verlor ich längst den Überblick, wo und wann ich dies getan habe und mit jedem neuen Account wächst meine Angst, dass mir irgendwann mal die ganze Geschichte aus den Händen gleitet.  

Wenn’s Passwort nicht passt
Unglücklicherweise gibt es aber auch Dienste, die hartnäckig Mindestanforderungen an ein Passwort stellen und meiner lockeren Haltung einen Strich durch die Rechnung machen:

«Sorry, but your password must contain an uppercase letter, a number, a haiku, a gang sign, a hieroglyph, and the blood of a virgin.» @extragrumpycat​

Spätestens jetzt, wo man seine 1-Passwort-Strategie nicht mehr anwenden kann, hat man ein Problem. Schnell will man die mühselige Registration hinter sich bringen und verändert das Standard-Passwort so, dass die nervige Website es schluckt. Und hat es auch schon wieder vergessen.

Als kürzlich Adobes Server gehackt wurden und Daten von 150 Millionen Accounts (und Source-Code) in falsche Hände gerieten, war ich als Designer endlich mal so richtig betroffen und entschloss mich, im neuen Jahr eine hackersichere Passwort-Strategie aufzubauen. Und spätestens jetzt, wo zum Jahresbeginn Snapchat und Skype-Accounts geleakt wurden, seid auch ihr alle betroffen. Jahaaa. Ich will euch nun aufzeigen, wie eine hochsichere und gleichzeitig einfache Passwort-Strategie aussieht. Da ich Designer und kein Sicherheitsexperte bin, hab ich mir Gabriel Yoran, Gründer und Geschäftsführer von Steganos (Anbieter von Sicherheitssoftware) aus Berlin zur Hilfe geholt und werde aus seinen Antworten zitieren. Seid ihr bereit? Los geht’s mit etwas Mathe:

Entropie und Bits - WTF?
Um sichere Passwörter zu erstellen, müssen wir zuerst wissen, was denn mit «sicher» gemeint ist. Fachleute wie Gabriel sprechen hier von Entropie: «Je höher sie ist, desto mehr Varianten sind möglich. So hat ein Wort aus dem deutschen Standardwortschatz, der rund 75.000 Wörter umfasst, eine Entropie von 17 Bit: Anders gesagt braucht man maximal 75.000 Versuche, um es zu erraten – die 17 Bit sind nur eine knappere Darstellung ansonsten sehr grosser Zahlen.»

Okay. Wir sprechen also von Bit wenn’s um die Knackbarkeit (richtig lesen!) von Passwörtern geht. Ab wieviel Bit ist aber denn ein Passwort sicher? Wie lange dauert es, ein 17 Bit Passwort zu knacken? «Wollte man ein Passwort mit einer Entropie von 17 Bit durch Ausprobieren knacken und hätte ein Programm, dass 1.000 verschiedene Passwörter in der Sekunde durchprobiert, dann wäre man in gut zwei Minuten durch. Bei einer Entropie von 19 Bit bräuchte man schon fast 9 Minuten. Bei 20 Bit schon über 17 Stunden.» Nun, die National Security Agency NSA bräuchte wohl dafür immer nur noch die Hälfte der Zeit.

Einfacher ist sicherer als kompliziert
Gemäss dem Comic-Strip von xkcd.com trainierte man uns 20 Jahre lang, Passwörter zu nutzen, die für uns Menschen nur schwer merkbar, aber für Computer einfach hackbar sind. In ein paar einfachen Bildchen klärt man auf, dass ein langes Passwort aus leicht merkbaren Wörtern correct horse battery staple um ein Vielfaches sicherer ist, als ein kurzes wie Tr0ub4dor&3. Stimmt das wirklich? Ich fragte Gabriel, was er zu dem Comic-Strip meint:

«Das Ergebnis ist ein scheinbar zufälliges Wort, aber eben nur scheinbar. Da sein Passwort aber auf einem existierenden englischen Wort basiert, beträgt seine Entropie nur ca. 28 Bit. Kein Wunder, dass das viel längere Passwort mit dem Pferd mit einer Entropie von ca. 44 Bit viel besser abschneidet. Würde man aber wirklich zufällig aus dem Fundus von Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen wählen, käme man bei einem ebenfalls 11-stelligen Passwort auf eine Entropie von deutlich höheren 68 Bit.» Kapiert? Man hat also den viel zitierten Comic etwas populistisch illustriert.

Faulheit und Passwort-Recycling
Weiter hat mich die Frage beschäftigt, wie heikel es denn wohl ist, wenn ich überall im Internet das gleiche Passwort verwende. Mein Passwort-Tool listet mir auf, dass ich 576 (!) Accounts mit dem gleichen Passwort nutze. Halleluja. Und ob man seine Passwörter denn in einem Tool in der Cloud speichern soll oder ob das der Holzweg ist. Dazu meint Gabriel:

«Gehen Sie im Geiste alle Dienste durch, bei denen Sie sich anmelden. Denken Sie an Dropbox, Facebook, Google Mail, Ihre Versicherungen, Amazon, iCloud, ggf. ein eigenes Blog, Reiseanbieter, PayPal, Clickandbuy, vielleicht Datingbörsen, Ihre Microsoft ID, Spotify, Skype, Xing – die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Im Falle von PayPal liessen sich jetzt mit Ihren credentials in Onlineshops Dinge bestellen, die PayPal als Zahlungsmittel akzeptieren. Es ist also wichtig, das gleiche Passwort nicht mehrmals zu verwenden. Auch wenn man einen Dienst als unbedeutend in Bezug auf die erhältlichen Daten einstuft, können wir nicht empfehlen, Passwörter mehrfach zu verwenden.»

Ganz schön fies also. Ich dachte mir natürlich, dass ich ja einschätzen kann, ob ich jetzt wirklich nur ein Login für einen simplen Online-Shop oder ein heikleres Tool wie iCloud einsetze. Wie aber zum Kuckuck soll man sich 500 Passwörter merken?

Virtueller Schlüsselbund
Ich selbst nutze einen Passwort-Manager auf den Macs, iPad und iPhone. Ein solches Programm speichert alle Passwörter verschlüsselt ab und man muss sich nur noch ein Passwort merken: das Masterpasswort. Also sowas wie der Endboss. Ich selber nutze 1Password, Steganos bietet hier z.B. das Tool Privacy Suite (Affiliate-Link) dafür an. Ein solches Tool integriert sich auch in den Browser und füllt automatisch das richtige Passwort ein, wenn es verlangt wird. Diese Tools bieten auch die Möglichkeit, sichere Passwörter zu generieren und gleichzeitig ihre Stärke (Entropie) anzuzeigen. Da man seine wichtigsten Daten diesen Tools anvertraut, ist bei der Auswahl Vorsicht geboten. Gabriel Yoran meint dazu: «Seriöse Anbieter speichern Ihre Passwörter verschlüsselt auf Ihrem Computer und übertragen nur auf ausdrücklichen Nutzerwunsch diese Daten in einen Cloudspeicher – und dann natürlich auch nur verschlüsselt, so dass sie für den Cloud-Anbieter nicht einsehbar sind.»

Fazit und Strategie
Wir haben also gelernt, liebe Kinder, dass sichere Passwörter nicht unbedingt kompliziert sein müssen und dass man ohne Passwort-Manager nicht mehr auskommt. Wer die folgenden Schritte beachtet, sollte um einiges sicherer im Internet unterwegs sein und für neue Hacker-Meldungen im 2014 nur ein müdes Lächeln übrig haben:

  1. Kaufe und installiere dir ein Passwort-Manager: z.B. 1Password (30% SALE) oder die Steganos Privacy Suite (Affiliate-Link) und die dazugehörigen Plugins / Apps. Lasse besser die Finger von den Auto-Save-Möglichkeiten der Browser (Chrome z.B. speichert diese katastrophal unsicher).
  2. Denke dir ein langes, einfach merkbares und unlogisches Master-Passwort («beide wellensittiche kochen acht autos») für deinen PW-Manager aus. Verrate dies einer Vertrauensperson (z.B. deiner Frau/Mann/Mutter/Vater) für den Fall, solltest du ableben.
  3. Nutze die Speicherung der PW-Manager-Daten in der Cloud nur, wenn’s nicht anders geht. Mache häufig ein mehrfaches Backup deiner PW-Manager-Datei.
  4. Benutze nie mehrmals das gleiche Passwort (auch nicht bei auf den ersten Blick harmlosen Diensten). Nutze stattdessen den Passwort-Generator deines Tools und überlasse dem Tool das Merken.
  5. Ändere die Passwörter bei wichtigen Diensten wie E-Mail-Provider, Paypal, iCloud oder Dropbox spätestens alle 3 Monate. Mach dir am besten gleich einen sich wiederholenden Termin in den Kalender dafür (oder gleich diesen iCal-Termin laden).
  6. Melde dich nie auf einem öffentlichen Computer (Internet-Cafe, Apple-Store) mit einem Passwort bei einem deiner Accounts an.
  7. Aktiviere wo immer möglich die 2-Weg-Authentifikation (zB. bei Google und Evernote).
  8. Wichtigster Schritt: aufräumen. Nimm dir an einem kalten, langweiligen und grauen Wintersonntag Zeit und ändere bei allen Accounts die dir einfallen dein Standard-Passwort in ein generiertes Passwort um.
  9. Sobald du in Zukunft merkst, dass du irgendwo noch ein altes Passwort nutzt, notiere dir die Website auf einer Liste (z.B. in Evernote). Wenn die Liste fünf Einträge hat, änderst du auch diese Standard-Passwörter in generierte um.

So solltest du spätestens im Sommer 2014 mit einer komplett sanierten und hackersicheren Passwort-Strategie bei strahlendem Sonnenschein durchs Internet surfen können.

Erfolgsmeldungen wie «@dblo_om Done! Meine Passwörter sind jetzt bulletproof» via Twitter würden mich freuen!

Alle Antworten und Weiteres zur Passwort-Technik findest du in Gabriel Yorans Blogpost Was ist ein sicheres Passwort? Danke für deine Hilfe, Gabriel.

Veröffentlicht von: David Blum in Read
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David Blum

Warum ich mit dem Rauchen aufhören wollte

Lesezeit: -  Veröffentlicht am9. November 2013

Will man mit dem Rauchen aufhören, ist das gar nicht so einfach. Ich rauchte meine erste Zigarette mit 12 Jahren und mir wurde danach speiübel. Versteckt habe ich mich dabei im dichtesten Gebüsch unseres Gartens in Langenthal, zusammen mit meinem damaligen besten Schulkameraden Rainer.

Das Zigarettenpäckchen Marlboro fanden wir auf dem Schulweg hinter einem Zaun in der Nähe der Migros, hinter dem wir manchmal Ausschau nach weggeworfenen Sex-Heftli hielten (tststss). Wir husteten und wussten natürlich nicht, was mit dem Rauch im Mund genau anzustellen ist. Nach ein paar Zügen löschten wir die Zigarette schnell wieder aus, da der Qualm langsam Richtung Küchenfenster zog, hinter dem meine Mutter gerade das Mittagessen zubereitete. Gleich darauf ertönte auch schon ein langezogenes «Daaaaaaviiiid? Ässe!» und ich rannte schnell zum Gartenschlauch um mir so gut wie möglich den Mund zu spülen. Meine Mutter wird es wohl sofort gerochen haben. Nur gesagt hat sie nichts.

Ein paar Jahre vergingen, bis es eines Sommers bei den Jungs unserer Klasse mode war, Nielen (Waldreben) zu rauchen. Selbstverständlich wurde uns davon so richtig schlecht und auch die Mutter konnte nicht mehr schweigen. Als der Sommer vorbei war, waren auch die Nielen bald wieder vergessen.

Raum für Dunst
Einige Jahre später richtete mein Schulkamerad Patrick dann bei sich zuhause im Keller das “Rüümli” ein: getarnt als Aufenthaltsraum um sich mit seinen Kollegen zu treffen, zu gamen und TV zu gucken wurde daraus bald ein immer fleissiger besuchter Kiff-Raum (seine Eltern waren entweder blind, geruchsgeschädigt und taub oder seeehr grosszügig). Joints, Bongs und gespickte Joghurt wurden rumgereicht. Nebst Bier natürlich.

Bands & Coolness
Wieder Jahre später war ich stolzes Mitglied einer Ska-Band (Saxophon & Gesang). Die älteren Bandmitglieder rauchten selbstverständlich selbstgedrehte Zigaretten, später fixfertige. Und so kam auch ich dazu, regelmässig zu rauchen.

Nie habe ich damals hinterfragt, wie schlecht es denn sei zu rauchen. Mir war klar, dass es sicher ungesund war. Aber Bandproben ohne Zigaretten und Bier wären keine Bandproben gewesen. Selbst die intelligentesten Bandmitglieder begannen zu rauchen, alle rauchten. Manchmal gingen auch Joints rum, klar. Man spielte ja auch jamaikanische Ska-Musik.

Zu unserer besten Zeit hatten wir während Monaten jedes Wochenende einen Auftritt, oft auch zwei. Gaskessel Biel und Bern, Kiff Aarau, Kaserne Basel, Schützi Olten, Bandlager in Frankreich, Kofmehl Solothurn, Abart Zürich, Deutschland-Tournee, Festivals undsoweiter. Es war eine geile Zeit und ich rauchte und trank was gerade so rumstand. In den letzten zehn Jahren habe ich kaum mehr geraucht. Und ich frage mich heute: warum rauchte ich? Warum raucht der Mensch? Schaffe ich es mit einem Blogpost, jemandem zu begeistern mit dem Rauchen aufzuhören?

Politik und Geld
Es wurde viel geschrieben darüber, über das Rauchen und das Aufhören. Wenn man nach dem Thema googelt, landet man auf Seiten die Ratschläge dazu geben, welche Nebenwirkungen denn das Aufhören mit sich bringt, was man denn tun könne und immer lautet die Antwort: Nikotinersatzprodukte. Die Siegfried Holding in Zofingen z.B. macht gehörig Umsatz damit. Da es auf unserer Welt immer ums Geld geht, geht’s auch beim Rauch-Stopp ums Geld, logisch.

Nur zufällig stiess ich bei meiner Suche darauf, dass z.B. unser FTP FDP Ständerat (und Oberst im Armeestab) Felix Gutzwiller sich für Umwelt und Gesundheit einsetzt. So liegt ihm die Gesundheit des Volkes so fest am Herzen, dass er beispielsweise Passivrauchen als Übel unserer heutigen Gesellschaft sieht. 2008 stimmte man in der Schweiz dann auch über eine Initiative ab, die er initiert hat. Recht hat er. Heikel (oder clever) dabei nur: Herr Gutzwiller sitzt im Vorstand der oben genannten Siegfried Holding und verdient Geld mit Nikotinersatzprodukten. Politiker halt.

Wille inkl.
Alan Carrs Buch Endlich nichtrauchen habe ich zu der Zeit mal gelesen, als ich noch Raucher war. Das Buch ist gut geschrieben, hat zig amerikanische Wiederholungen drin und brachte mich schlussendlich nicht dazu, mit dem Rauchen aufzuhören. Jedoch hat es mir einen simplen Gedanken eingepflanzt, welcher es mir später ziemlich leicht gemacht hat, ohne Bedenken mit dem Rauchen aufzuhören. Nämlich der, dass man von einem Tag auf den anderen einfach aufhören kann. Dass der Körper nicht abhängig vom Rauchen ist, sondern der Kopf.
Als ich meine heutige Traumfrau zu daten begann, warf ich die Zigaretten einfach in den Müll. Ich bin danach weder implodiert noch fielen mir irgendwelche Körperteile ab. Und meine heute: wenn man mit dem Rauchen aufhören will, muss man es wollen. Und so richtig wollen kann man nur, wenn man folgende Punkte bewusst durchdacht hat:

  • was man sich und seiner Umgebung (Stichwort Bahnhof Perron) antut
  • wie viel angenehmer das Leben, Atmen, Bewegen, Treppensteigen, Küssen und morgens aufstehen ist, wenn man nicht raucht
  • wie viel Geld man sparen kann
  • wie es leichter fällt, wenn die Menschen um dich herum auch mitmachen oder dies nicht nur respektieren, sondern auch unterstützen
  • dass man nach dem Aufhören nicht zu zittern beginnt und nicht auseinander fällt
  • Rauchen ist eine Gewohnheit. Aufhören heisst auch schlagartig Gewohnheiten umzustellen. Alles andere wäre Abgewöhnen

Obwohl diese Punkte meine persönlichen Erfahrungen wiederspiegeln, glaube ich, dass sie trotzdem auch für andere gelten können. Da ich nie ein starker Raucher war (ich rauchte 3-5 Zigaretten am Tag), wurde ich wohl auch von Entzugserscheinungen verschont. Ich behaupte nicht, dass es diese nicht gibt. Doch wenn es Entzugserscheinungen gibt, dann vergehen diese wieder. Wer sie gerne länger geniessen möchte, darf sich teure Nikotinersatzprodukte kaufen. So.

Das passiert, wenn man aufhört
Wem das noch nicht reicht, hier liebe Raucher, was mit euch passieren würde, nachdem ihr die letzte Zigarette ausgedrückt habt:

  • Nach 8 Stunden: Das letzte giftige Kohlenmonoxid im Blut ist gegen Sauerstoff ausgetauscht.
  • Nach 1 Tag: Das Herzinfarktrisiko beginnt zu sinken.
  • Nach 2 Tagen: Geruchs- und Geschmackssinn verfeinern sich.
  • Nach 3 Tagen: Die Atmung verbessert sich merklich.
  • Nach 3 Monaten: Die Menge in die Lunge eingeatmeter Luft kann sich bis um ein Drittel erhöhen
  • Nach 1 Jahr: Das Risiko von Herzkranzgefässleiden hat sich halbiert.
  • Nach 2 Jahren: Das Herzinfarktrisiko hat sich fast normalisiert.
  • Nach 10 Jahren: Das Lungenkrebsrisiko entspricht fast dem von echten Nichtrauchern.
  • Nach 15 Jahren: Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist so, als hätte man nie geraucht.

Vermutlich gäbe es noch tausend andere Gründe die dafür sprechen, mit dem Rauchen aufzuhören. Gründe, die für’s Rauchen sprechen, habe ich keine gefunden. Vorschläge?

Quellen & weiterführende Links:

(Still) on writing
Leumund: einfach nichtrauchen

I’ll Smoke When I’m Dead
sundao-naturheilpraxis.de

Veröffentlicht von: David Blum in Read
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David Blum

Die schwarzen Zahlen der Weisswarenhändler

Lesezeit: -  Veröffentlicht am15. Oktober 2013

Weissware nennt sich veraltet die Geräteklasse für Hausarbeit wie Kochen, Waschen und Putzen. Wer in der Schweiz lebt, weiss, dass wir je nach Produkt mehr Geld bezahlen als unsere Umländer. Keine Angst, ich werde hier nicht zum Kassensturzblog. Doch letztes Wochenende stieg unser bloss dreijähriger Geschirrspüler (Siemens) aus und ich bin jetzt euer Weisswarenspezialist. Und die Geschichte geht so:

Der Glaube an das Gute
Gutgläubige Menschen leben ja bekanntlich stressfreier. Ich behaupte nicht direkt, dass ich gutgläubig bin. Jedoch gehöre ich nicht zu den Schnäppchenjäger und in Deutschland-Joghurt-und-Fleisch-Einkäufer.

Da nun unser Geschirrputzapparat innerhalb dreier Jahre immer wieder Ausfälle und Reparaturen hatte, war es des Guten genug, als letzte Woche das Display ERROR 02 anzeigte und im Handbuch dazu zu lesen war, dass man doch den Spezialisten kontaktieren solle. Unsereins kennt ja Google.

Error 02
Nach drei Minuten fand ich heraus, dass dieser Error 02 was mit dem Heizelement zu tun hat und las in Foren, dass man schnell mal 300 bis 500.- für so ein Ersatzteil zahle. Auf einer weiteren Seite las ich, dass ganz schlaue Gerätehersteller Teile so herstellen, dass sie genau nach üblicher Garantiezeit den Geist aufgeben und man so das Ersatzteil-Geschäft ankurbelt. Solche und Ähnliche Fälle findet man in der tollen Sammlung von murks-nein-danke.de.

And the Winner is…
Schnell war der Entscheid gefallen. Diese Murks-Maschine muss einem Qualitätsgerät weichen. Ich wusste um den guten Namen der Schweizer Firma V-Zug und der deutschen Miele. Eine spontane Umfrage auf facebook und Twitter ergab das klare Resultat: Miele.

Da wir weder Raclette-Spülfunktion noch Schoppen-Desinfektions-Hygiene-Sonderprogramme brauchen, sondern nur sauberes Geschirr, entschieden wir uns rasch für das vollintegrierte 60er Basismodell G 24485-60 Vi. Dieses Gerät ist immerhin A++ in der Energieeffizienz und hat eine Turbo-Zeitverzögerung (sic!).

1929 Erster Geschirrspüler Europas von Miele
(1929 erster Geschirrspüler Europas von Miele, Quelle: chroniknet.de)

Preisspielchen
Also reisten wir zum nahegelegenen Weisswarenhändler unseres Vertrauens. Dieser meinte, die Maschine koste laut Katalog soundsoviel aber er könne uns da ein Spezialpreis machen. Wir dachten, hui, okay, Miele halt. Gleich mal noch beim Fust vorbeischauen.

Beim Fust in Aarau kramte die Dame den Miele-Katalog hervor und tippte ein paarmal unbeholfen auf dem übergrossen Taschenrechner rum. Nachdem ich sie ein paar Modelle vorrechnen liess und dabei scharf ihre Tippbewegungen beobachtete, sah ich, wie sie den Katalogspreis -25% berechnete. Hurra, dachten wir, das ist ja krass. Gleich mal 25% weniger. Schnäppchenalarm!

Nun, zuhause stürzten wir uns natürlich gleich ins Internet und landeten nach ein paar Klicks via Toppreise.ch auf nettoshop.ch. Dort wurde der Preis der Miele-Geräte nicht direkt angezeigt, man konnte aber via einer Telefonnummer den «Tagestiefstpreis» erfahren. Etwas verwundert darüber rief ich an und bekam nach der Aussage “hm, gleich mal schauen was wir da machen können” ein Preisangebot: minus 35%!. Plus natürlich Liefer- und Montagekosten von zusätzlichen CHF 280.-.

Ein paar Google-Suchabfragen später landeten wir auf einem Online-Weissaren-Discounter: Lieferung, Montage PLUS 3 Jahre Servicegarantie inklusive, gibt minus 45% unter dem Strich. Zusammengefasst (inkl. durchschnittliche CHF 600.- Pauschale für Lieferung/Montage und Garantieverlängerung von 2 auf 5 Jahre):

  • Katalogpreis (auch Mondpreis genannt): 2700.-
  • Fachhändler: 2300.- (15% Rabatt)
  • Fust: 2025.- (25% Rabatt)
  • nettoshop.ch: 1755.- (35% Rabatt)
  • swissft.ch: 1490.- (45% Rabatt)

Meine Damen und Herren: entweder waschen sich hier Weisswarenhändler ihre Weste rein oder man hält uns für bekloppt. Dank Internet sind wir heute in der Lage, solchen Margen-Spielchen auf die Schliche zu kommen (*winkewinke* Konsumentenschutz).

Wir entschieden uns schliesslich für den lokalen Händler unseres Vertrauens, der dann plötzlich auch einen Rabatt von 40% aus dem Ärmel schütteln konnte. Er jammerte zwar etwas von «Daran verdiene ich nun wirklich nichts mehr». Wir weinten kurz, danach wollte er uns das Gerät trotzdem unbedingt verkaufen. Hmhmhm.

Veröffentlicht von: David Blum in Read
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David Blum