Alle Beiträge in gesundheit

Zucker ist ein Arschloch

Lesezeit: -  Veröffentlicht am16. Juni 2015

Zucker ist ungesund. Das wissen alle. Die Schäden, die Zucker in unserem Körper zu verursachen vermag, sind zwar sehr vielfältig, jedoch schwer mess- und objektivierbar. Die wohl bekannteste Folge von übermässigem Zuckerkonsum ist die Übergewichtigkeit. So sind laut einer Untersuchung hierzulande rund 57 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen übergewichtig. Bei Kindern und Jugendlichen bringt jeder Fünfte ungesund zuviel auf die Waage. Es ist an der Zeit, dass wir den Zucker aufs Korn nehmen.

weiterlesen..

Veröffentlicht von: David Blum in Read
Schlagwörter: , , ,

David Blum

Warum es gesund ist, krank zu sein

Lesezeit: -  Veröffentlicht am24. März 2015

Lebe ich gesund? Tue ich was für mich? Mache ich das Richtige aus meinem Leben? Auf solche wichtigen, aber auch unangenehmen Fragen kommt man kaum beim Lesen von Gratiszeitungen. Solche Gedanken macht man sich nicht, nach einem durchgefeierten Wochenende oder während der Arbeit. Solche Fragen drängen sich nicht auf, die können wir uns ja morgen stellen. Oder übermorgen.

weiterlesen..

Veröffentlicht von: David Blum in Read
Schlagwörter: , ,

David Blum

Warum ich mit dem Rauchen aufhören wollte

Lesezeit: -  Veröffentlicht am9. November 2013

Will man mit dem Rauchen aufhören, ist das gar nicht so einfach. Ich rauchte meine erste Zigarette mit 12 Jahren und mir wurde danach speiübel. Versteckt habe ich mich dabei im dichtesten Gebüsch unseres Gartens in Langenthal, zusammen mit meinem damaligen besten Schulkameraden Rainer.

Das Zigarettenpäckchen Marlboro fanden wir auf dem Schulweg hinter einem Zaun in der Nähe der Migros, hinter dem wir manchmal Ausschau nach weggeworfenen Sex-Heftli hielten (tststss). Wir husteten und wussten natürlich nicht, was mit dem Rauch im Mund genau anzustellen ist. Nach ein paar Zügen löschten wir die Zigarette schnell wieder aus, da der Qualm langsam Richtung Küchenfenster zog, hinter dem meine Mutter gerade das Mittagessen zubereitete. Gleich darauf ertönte auch schon ein langezogenes «Daaaaaaviiiid? Ässe!» und ich rannte schnell zum Gartenschlauch um mir so gut wie möglich den Mund zu spülen. Meine Mutter wird es wohl sofort gerochen haben. Nur gesagt hat sie nichts.

Ein paar Jahre vergingen, bis es eines Sommers bei den Jungs unserer Klasse mode war, Nielen (Waldreben) zu rauchen. Selbstverständlich wurde uns davon so richtig schlecht und auch die Mutter konnte nicht mehr schweigen. Als der Sommer vorbei war, waren auch die Nielen bald wieder vergessen.

Raum für Dunst
Einige Jahre später richtete mein Schulkamerad Patrick dann bei sich zuhause im Keller das “Rüümli” ein: getarnt als Aufenthaltsraum um sich mit seinen Kollegen zu treffen, zu gamen und TV zu gucken wurde daraus bald ein immer fleissiger besuchter Kiff-Raum (seine Eltern waren entweder blind, geruchsgeschädigt und taub oder seeehr grosszügig). Joints, Bongs und gespickte Joghurt wurden rumgereicht. Nebst Bier natürlich.

Bands & Coolness
Wieder Jahre später war ich stolzes Mitglied einer Ska-Band (Saxophon & Gesang). Die älteren Bandmitglieder rauchten selbstverständlich selbstgedrehte Zigaretten, später fixfertige. Und so kam auch ich dazu, regelmässig zu rauchen.

Nie habe ich damals hinterfragt, wie schlecht es denn sei zu rauchen. Mir war klar, dass es sicher ungesund war. Aber Bandproben ohne Zigaretten und Bier wären keine Bandproben gewesen. Selbst die intelligentesten Bandmitglieder begannen zu rauchen, alle rauchten. Manchmal gingen auch Joints rum, klar. Man spielte ja auch jamaikanische Ska-Musik.

Zu unserer besten Zeit hatten wir während Monaten jedes Wochenende einen Auftritt, oft auch zwei. Gaskessel Biel und Bern, Kiff Aarau, Kaserne Basel, Schützi Olten, Bandlager in Frankreich, Kofmehl Solothurn, Abart Zürich, Deutschland-Tournee, Festivals undsoweiter. Es war eine geile Zeit und ich rauchte und trank was gerade so rumstand. In den letzten zehn Jahren habe ich kaum mehr geraucht. Und ich frage mich heute: warum rauchte ich? Warum raucht der Mensch? Schaffe ich es mit einem Blogpost, jemandem zu begeistern mit dem Rauchen aufzuhören?

Politik und Geld
Es wurde viel geschrieben darüber, über das Rauchen und das Aufhören. Wenn man nach dem Thema googelt, landet man auf Seiten die Ratschläge dazu geben, welche Nebenwirkungen denn das Aufhören mit sich bringt, was man denn tun könne und immer lautet die Antwort: Nikotinersatzprodukte. Die Siegfried Holding in Zofingen z.B. macht gehörig Umsatz damit. Da es auf unserer Welt immer ums Geld geht, geht’s auch beim Rauch-Stopp ums Geld, logisch.

Nur zufällig stiess ich bei meiner Suche darauf, dass z.B. unser FTP FDP Ständerat (und Oberst im Armeestab) Felix Gutzwiller sich für Umwelt und Gesundheit einsetzt. So liegt ihm die Gesundheit des Volkes so fest am Herzen, dass er beispielsweise Passivrauchen als Übel unserer heutigen Gesellschaft sieht. 2008 stimmte man in der Schweiz dann auch über eine Initiative ab, die er initiert hat. Recht hat er. Heikel (oder clever) dabei nur: Herr Gutzwiller sitzt im Vorstand der oben genannten Siegfried Holding und verdient Geld mit Nikotinersatzprodukten. Politiker halt.

Wille inkl.
Alan Carrs Buch Endlich nichtrauchen habe ich zu der Zeit mal gelesen, als ich noch Raucher war. Das Buch ist gut geschrieben, hat zig amerikanische Wiederholungen drin und brachte mich schlussendlich nicht dazu, mit dem Rauchen aufzuhören. Jedoch hat es mir einen simplen Gedanken eingepflanzt, welcher es mir später ziemlich leicht gemacht hat, ohne Bedenken mit dem Rauchen aufzuhören. Nämlich der, dass man von einem Tag auf den anderen einfach aufhören kann. Dass der Körper nicht abhängig vom Rauchen ist, sondern der Kopf.
Als ich meine heutige Traumfrau zu daten begann, warf ich die Zigaretten einfach in den Müll. Ich bin danach weder implodiert noch fielen mir irgendwelche Körperteile ab. Und meine heute: wenn man mit dem Rauchen aufhören will, muss man es wollen. Und so richtig wollen kann man nur, wenn man folgende Punkte bewusst durchdacht hat:

  • was man sich und seiner Umgebung (Stichwort Bahnhof Perron) antut
  • wie viel angenehmer das Leben, Atmen, Bewegen, Treppensteigen, Küssen und morgens aufstehen ist, wenn man nicht raucht
  • wie viel Geld man sparen kann
  • wie es leichter fällt, wenn die Menschen um dich herum auch mitmachen oder dies nicht nur respektieren, sondern auch unterstützen
  • dass man nach dem Aufhören nicht zu zittern beginnt und nicht auseinander fällt
  • Rauchen ist eine Gewohnheit. Aufhören heisst auch schlagartig Gewohnheiten umzustellen. Alles andere wäre Abgewöhnen

Obwohl diese Punkte meine persönlichen Erfahrungen wiederspiegeln, glaube ich, dass sie trotzdem auch für andere gelten können. Da ich nie ein starker Raucher war (ich rauchte 3-5 Zigaretten am Tag), wurde ich wohl auch von Entzugserscheinungen verschont. Ich behaupte nicht, dass es diese nicht gibt. Doch wenn es Entzugserscheinungen gibt, dann vergehen diese wieder. Wer sie gerne länger geniessen möchte, darf sich teure Nikotinersatzprodukte kaufen. So.

Das passiert, wenn man aufhört
Wem das noch nicht reicht, hier liebe Raucher, was mit euch passieren würde, nachdem ihr die letzte Zigarette ausgedrückt habt:

  • Nach 8 Stunden: Das letzte giftige Kohlenmonoxid im Blut ist gegen Sauerstoff ausgetauscht.
  • Nach 1 Tag: Das Herzinfarktrisiko beginnt zu sinken.
  • Nach 2 Tagen: Geruchs- und Geschmackssinn verfeinern sich.
  • Nach 3 Tagen: Die Atmung verbessert sich merklich.
  • Nach 3 Monaten: Die Menge in die Lunge eingeatmeter Luft kann sich bis um ein Drittel erhöhen
  • Nach 1 Jahr: Das Risiko von Herzkranzgefässleiden hat sich halbiert.
  • Nach 2 Jahren: Das Herzinfarktrisiko hat sich fast normalisiert.
  • Nach 10 Jahren: Das Lungenkrebsrisiko entspricht fast dem von echten Nichtrauchern.
  • Nach 15 Jahren: Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist so, als hätte man nie geraucht.

Vermutlich gäbe es noch tausend andere Gründe die dafür sprechen, mit dem Rauchen aufzuhören. Gründe, die für’s Rauchen sprechen, habe ich keine gefunden. Vorschläge?

Quellen & weiterführende Links:

(Still) on writing
Leumund: einfach nichtrauchen

I’ll Smoke When I’m Dead
sundao-naturheilpraxis.de

Veröffentlicht von: David Blum in Read
Schlagwörter: , , , ,

David Blum

Lesezeit: -  Veröffentlicht am7. Oktober 2013


Der Ansporn am Arm
Sind wir doch ehrlich: wir möchten besser werden. Dafür hören wir neugierig zu, wenn uns etwas interessiert. Wir halten inne, wenn wir etwas sehen, was wir bisher nie gesehen haben. Wir ärgern uns über Fehler die wir machen, meistens mehrmals. Wir sind immer auf der Suche danach, besser zu werden. Effizienter, schöner, schneller, liebenswerter, berühmter, relaxter, ausgeglichener, intelligenter, cleverer, reicher, zufriedener und vielleicht ein bisschen göttlicher.

Der Wunsch besser zu werden ist Dauerthema und ständiger Lebenspartner. Dieses Besser ist immer relativ zur aktuellen Selbstwahrnehmung. Je treffender diese ist, desto klarer und effizienter können wir unsere Verbesserungswünsche als Ziele setzen. Doch Selbstwahrnehmung ist nur über Mitmenschen möglich. Wir vergleichen uns dauernd und denken und bewegen uns im Kontext zu unserem Umfeld. Wir hassen Kritik die genau ins Feld der Verbesserungswünsche trifft. Und wir lieben Lob der genau dasselbe unterstreicht.

Herr Blum macht Sport
Auch ich will besser werden (Einige halten das zwar für unmöglich). Da ich Technologie von heute mag und die von morgen liebe, nutze ich seit längerer Zeit mein iPhone und die App Runkeeper um mein Ziel, körperlich in Bewegung zu bleiben zu erreichen. Das funktioniert sehr gut wie ich meine. Ohne Runkeeper wäre ich nie 17 km den Grand Prix Bern gerannt oder würde regelässig so häufig Joggen. Zudem kann ich mich in der App mit ähnlich un- und sportlichen Twitterern und Facebooklern befreunden und weiss so in etwa, wo ich konditionsmässig stehe.

Die Fitness-Armbänder
Seit einiger Zeit sind nun sogenannte Fitness-Armbänder käuflich, die eine ähnliche Idee simplifiziert verfolgen: den Träger zu mehr Bewegung animieren. Folgende Fitness-Armbänder sind momentan erhältlich:

 

Polar Loop

Weiter sind auch ansteckbare, am Gürtel festclipbare Tracker oder als Uhr vermixte Smartwatches erhältlich. Ich entschied mich nach einigen Vergleichen für den Kauf eines Fitbi Flex Armbandes, da mir das Nike Fuelband zu kindisch und das Jawbone Up zu klobig designt war.

Fitbit Flex im Test
Das Einrichten des Fitbit Flex ging schnell vonstatten, dank Bluetooth kann das Band sich automatisch mit dem Computer, Tablet oder Smartphone synchronisieren. Via Online-Portal und einer App kann man seine Schritte und den Schlaf tracken und auswerten lassen. Die Aufzeichnung schien mir jeweils etwas beliebig, aber so ein Armband ist ja auch keine Schweizer Uhr, sondern ein Mini-Computer der Bewegungen aufzeichnet, welche nachträglich aufgrund von Bewegungsmustern und wohl hochkomplexen Formeln zu vermuteten Schritt- und Schlafkadenzen errechnet werden.

Zu Beginn war ich zugegebenermassen fasziniert von dem Armband. Ein paar mal ertappte ich mich sogar dabei, extra mal einen Umweg zu laufen oder freiwillig den Kehrricht-Sack runterzubringen. Nach etwa drei Wochen wurde das Konsultieren der Statistiken immer weniger und mein Interesse an diesen schwand. Ich konnte aus den Statistiken weder unerwartete Erkenntnisse abgewinnen, noch habe ich mich dafür extra mehr bewegt. Denn die Software konnte in mir mit der sehr banalen Gamification nicht genug Motivation wecken, dass dies gelungen wäre.

Über das passive Tracken via Armband hinaus könnte man zusätzlich mit der App oder online täglich aufgenommene Nahrungsmittel (Kalorien), getrunkenes Wasser und sein Gewicht protokollieren. Wenn man denn genug Nerven und Musse dafür hat.

Fitbit Force
(Fitbit Force, vorerst US only)

Nichts Neues
Nach dieser doch relativ kurzen Testzeit, liess ich eines Tages das Fitbit Armband genervt zuhause liege und schritt befreit zur Arbeit. Es war, als würde ich Fesseln ablegen. Gefangen im Wunschgedanken, dass ein Stück Plastik am Arm mir helfen würde mich zu verbessern. Stattdessen verschwendete ich aber nur wertvolle Freizeit dafür, um zu kontrollieren ob das Fitbit auch das aufgezeichnet hat, was ich vermutete was es aufzeichnen sollte.

Ich wurde gefragt «ja, warum hast du’s denn gekauft? Was hast du erwartet?» Nun, meine Lieben. Ich hatte genau die Hoffnung, mit der eben Kasse gemacht wird: dass ein kleines Armband mir das Tor zur käuflichen Gesundheit und Glückseeligkeit bis zum Lebensende öffnen würde. Doch die viel genannte User Experience, wie es zu neudeutsch so schön heisst, liess mein Inneres leer und bescherte mir kaum einen emotional positiven Moment oder gar eine anhaltende Motivation.

Tipp: schnallt euch ein Stück Leder an den Arm, hängt einen Haifischzahn dran und rennt rum wie Crocodile Dundee. Glaubt mir, ihr bewegt euch mehr und cooler.

Veröffentlicht von: David Blum in Read
Schlagwörter: , , , , , ,

David Blum

Lesezeit: -  Veröffentlicht am3. März 2012


10 Meilen ≠ 10 Kilometer. Heute morgen joggte ich. Ich jogge einigermassen regelmässig einmal pro Woche, weil ich sonst dick und hässlich werde. Das möchte ich verhindern, da dies ein Zustand ist, den ich verhindern kann.

Nun, so joggte ich heute morgen also der Aare entlang, schoss dieses Foto oben, welches locker ein Kalenderbild einer kirchlichen Organisation hergeben würde. Heute schaffte ich endlich mehr als 5 km, nämlich 7. Nächstes Mal dann 10, das wäre dann meine Zieltrainingsstrecke.

Zudem gehe ich nöiderdings mindestens einmal pro Woche ins Fitnesszentrum, es heisst ASS. Ich tue das, weil ich täglich 8 Stunden auf einem Bürostuhl sitze und ich wieder die körperliche Gewandheit zurückerlangen möchte, mit der ich einem wütenden Büffel in freier Wildbahn locker ausweichen und eins auf die Zwölfe geben konnte.

Wie dem auch sei, der @helmchenx ruft zum diesjährigen Run like a Geek auf (gehashtagt mit #rlag), trage dich doch hier ins Doodle ein wenn du auch dabei bist (es fägt sehr).

Nun, ich meldete mich heute euphorisch an: nicht für den Altstadt-GP sondern den 10er. Ich meinte tatsächlich, es handle sich um 10 KM (logisch, da der Altstadt-GP 5 KM ist). Ehm, es stellte sich heraus, dass es sich um 16 MEILEN KILOMETER HANDELT HERRGOTTNOCHMAL!

Hkäm, ich bin dann mal am trainieren…

Update: vor lauter Verwirrung schrie(b) ich zum Schluss noch Meilen statt Kilometer. Sport macht dumm.

Veröffentlicht von: David Blum in Read
Schlagwörter: ,

David Blum

Lesezeit: -  Veröffentlicht am27. September 2011


Dummes Papier. Darauf werden in der Schweiz tagtäglich in Arztpraxen, Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen wertvollen Informationen mit Kugelschreiber, meist in unleslicher Doktorschrift festgehalten. Pro Arzt ein Dossier, pro Spital ein Dossier (hier in der Hirslanden-Klinik seit Februar digital, ausser Intensivstation), pro Klinik eine Fiche.

Ich besuchte wieder einmal das Spital, unfreiwillig klar, Aufnahme via Notfallstation (das ist der normale Weg, wenn man sich selbst einweist). Fragerei am Notfallschalter, Datenaufnahme, Erfassung meiner Kontaktdaten, Krankenkasseninfos und wasweisich.Später liege ich da, erster Arzt frägt um die akute Lage, nur kurz, dann will er meine Krankengeschichte wissen. Einstündiges Interview, Wasser trinken dürfe ich noch nicht, da sie nicht wissen was ich habe.

Danach warten auf freies Zimmer. Neuer Arzt kommt, Stationsarzt, die Fragerei geht von vorne los. Später als ich im Zimmer bin, Ärztevisite, die gleichen Fragen, zum Dritten. Wie oft ich denn das, wann ich die oder jene Operation hatte, warum, wo, in welchem Spital, wie hiess der Arzt und wie war das Wetter damals.

Ich habe nicht lange recherchiert, aber offenbar gabs 2005 mal Meldungen in der Presse, dass bis Ende 2006 eine “Digitale Krankenkarte” (nach deutschem Vorbild) ausgearbeitet würde, welche ab 2008 dann zum Einsatz kommen sollte.

Aha. Hab ich was verpasst? Vermutlich wurde die dringend nötige Digitalisierung von irgend einer politischen Aktion abgeschossen? Alle schrien wieder lauthals Datenschutz?

DATENSCHUTZ!
Ich sprach eine Schwester hier darauf an (also nicht meine Schwester, hehe, sonder der sagt man so). Fragte Sie, warum wir kein zentrales Infosystem haben, über welches wir Patientendaten abrufen können. Mit grossen Glubschaugen starrte sie mich an und meine “Jooo, wegen dem Datenschutz! Stelled sie sich vor, es gibt junge Frauen die z.B. abtreiben und das geheim behalten wollen. Oder die Medikamente, man könnte einfach die Medikamente oder Kurven einsehen!” – Aha.

Wenn unser sonst ja hochgelobtes Gesundheitssystem also so gut ist, dann ist dessen Administration aber noch im Mittelalter. Wenn man Schiss um die Daten hat, könnte man das ja mit Lese/Schreibrechten lösen, quasi einen Arzt autorisieren via OAuth, dass er Zugriff auf dieses und jenes von im Geforderte bekommt oder nicht. 

Nennen wir sie VitaCard?
Beginnen sollte man nicht Mal mit einer nationalen Lösung, sondern einer internationalen. Nennen wir sie VitaCard. Ich habe eine Nummer, alle meine Daten sind auf der Karte hinterlegt und werden bei Wohnortwechsel und dergleichen amtlich auf dem neusten Stand gehalten. Komme ich zur Reception eines Spitals oder einer Klinik, zücke ich meine VitaCard, sollte ich sie vergessen haben, kann ich mich auch mittels einer ID ausweisen und eine provisorische VC erstellen lassen.

Wenn der erste Arzt nun mit meinem Fall konfrontiert wird, sieht er die Telefonnotizen zu meiner Einweisung, allfällige Bemerkungen, welche an der Rezeption gemacht wurden und kann meinen ganze Krankenakte nach seinen Fragen absuchen. Anschliessend kann er Anweisungen machen, Bluttests und weissichwas, welche gezielt sind und so nicht unnötig Kosten verursachen (ich war mit einer Darmentzündung im Spital, warum musste ich meine Lungen in der Notfallaufnahme röntgen?).

Weitere Vorteile: ein mobiler Computer zeichnet Messdaten wie Blutdruck und Fieber direkt in die Aktie ein, die Messgeräte sind via USB an die Computer angeschlossen. Mittels einem iPhone-App kann ich für Ärzte regelmässig mit Alerts Dinge protokollieren, diese erscheinen automatisch in meiner Aktie. Auch von zu Hause aus könnte man das System füttern, Diabetiker protokollieren ihre Blutzuckerwerte, der Hausarzt sieht direkt an seinem Arbeitsplatz was geht.

Wahrscheinlich aber gibts das alles schon längst. In Japan zum Beispiel. Und wir warten mal wieder, “bis die Schweiz soweit ist” - 2030.

Veröffentlicht von: David Blum in Read
Schlagwörter:

David Blum